Klimagerechtigkeit – überall und sofort!

Nicht alle tragen zu gleichen Anteilen Verantwortung für die Ursachen der Erderwärmung: etwa 90% der ausgestoßenen Treibhausgase gehen auf das Konto der reichen Industriestaaten im globalen Norden. Auch die Folgen des Klimawandels sind ungleich verteilt: die gestiegene Zahl von Dürren, Stürmen, Überschwemmungen und anderen extremen Wetterereignissen trifft vor allem die Länder des globalen Südens.

Die damit einhergehende Zerstörung der Lebensgrundlagen von Millionen verschärft bestehende Fluchtursachen und schafft gleichzeitig neue. Es bedarf einer mindestens neunzigprozentigen Reduzierung des CO2-Ausstoßes in den Industriestaaten, der technische Anpassungen an den Klimawandel und patentgeschützte Technologien müssen armen Ländern frei zur Verfügung stehen. Die bereits angerichtete Zerstörung ist immens, deshalb sind massive Reparationszahlungen der Verursacherstaaten an die betroffenen Regionen notwendig.

Der fruchtbare Sonnengürtel der Erde ist längst ins Visier transnationaler Konzerne gerückt: Immer mehr Flächen werden zum Anbau von Agrosprit oder für ausschließlich exportbestimmte Produkte genutzt. Kleinbäuerliche Familien, die zuvor ansässig waren, verlieren häufig ihre Lebensgrundlage, werden vertrieben und auch zur Flucht gezwungen. Industrien werden in den globalen Süden ausgelagert und die so produzierten Waren im Norden vermarktet, während die ansässige Bevölkerung (ver-)hungert.

Ein neuer Biokolonialismus entsteht. Angesichts dieser Tendenzen erneuern wir unsere Forderung nach globaler Bewegungsfreiheit.

Landwirtschaft und Produktion müssen dezentral und ökologisch nachhaltig organisiert werden, Land und Produktionsmittel müssen denen gehören, die sie bewirtschaften! 

Marktorientierte Lösungsansätze wie der Emissionshandel werden weder das Problem des Klimawandels noch die globale soziale Ungerechtigkeit beheben. Zu den Grundlagen der Marktwirtschaft zählt ständiges Wachstum um jeden Preis. Auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen sind diesem Ziel jedoch natürliche Grenzen gesetzt. Nur eine Abkehr von diesem irrsinnigen

Wachstumszwang und eine grundlegende Veränderung der Produktionsweise kann den Klimawandel aufhalten. Bevor die neoliberale Marktwirtschaft uns die Lebensgrundlage entziehen kann, sollten wir sie daher Geschichte werden lassen.