Grenzenlose Verlogenheit

Globale Ausbeutung, die Folgen der Klimaerwärmung, Kriege sowie auch bewaffnete Konflikte führen weltweit zu Fluchtbewegungen, gegen die sich der reiche Norden mit aller Brutalität „zur Wehr setzt“. Anschaulich wird dies am Beispiel der Anklage gegen eine Schiffsbesatzung, die im Mittelmeer Flüchtlinge vor dem Ertrinken rettete: „Beihilfe zur illegalen Einreise“ befand der Rechtsstaat, menschenverachtender Alltag in der EU.

An den Außengrenzen der Festung Europa werden Flüchtlinge in Lager gesperrt und nach kurzer Zeit wieder abgeschoben. Geduldet werden nur hochqualifizierte Spitzenkräfte, die dem Einwanderungsland einen Vorteil bringen.

Die Abschottung nach außen geht dabei einher mit dem Mitverdienen an allem, was Menschen flüchten lässt: Krieg, unbezahlbare Nahrungsmittel, Umweltzerstörung, Landvertreibung, krasseste Ausbeutung. Die Übernahme von Verantwortung für Menschen in Not findet sich allenfalls in der Prosa pompöser Gipfelerklärungen.

Die herrschenden Verhältnisse verdienen unsere Auflehnung und es gibt tausend gute Gründe, in tiefem Widerspruch zu ihnen zu stehen. Die von uns kritisierten Entwicklungen sind nicht naturgegeben, sondern Folge gesellschaftlicher Strukturen, in denen das Streben nach Profit mehr zählt als die Bedürfnisse der Menschen.

Wir haben nicht vor darauf zu warten, dass uns ein kleines Stückchen Freiheit zugeteilt wird und werden uns auch nicht zufrieden in unserem relativen Wohlstand arrangieren, so lange anderswo Menschen verhungern und in sinnlosen Kriegen sterben.

Die Gesellschaft ist von uns gemacht und kann deshalb auch nur durch uns verändert werden. Es reicht dabei nicht, von einer besseren Welt bloß zu reden und linke Politik allein im Kopf stattfinden zu lassen.

Sie muss gelebt werden – so radikal wie die Wirklichkeit.